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Was uns hilft...

Das Licht in der Seele der Freundinnen, das nie zu glimmen und zu wärmen aufhört. Egal in wieviel winzige Glutstücke es auch zerschlagen wurde.

Dass sie uns sagen, es sei umgekehrt genauso.

Die Sehnsucht, mit allem, was uns bleibt, für ihr Recht zu kämpfen... und vielleicht auch für unseres.

Die Fröhlichkeit und das Vertrauen unserer Kinder. Die Hoffnung, dass niemand ihnen so wehtun kann, wie es mit uns geschah.

Das Gesicht der Menschen, die es ertragen konnten, uns ganz zu sehen, und die uns mit ihrem Schmerz eine Ahnung geben von der Wirklichkeit dessen, was uns widerfuhr.

Die Kraft derer, denen wir nicht egal sind.

Das Lachen... vor allem über uns und unsere Situation. Weil es den Wahnsinn manchmal für einen Moment erträglich macht.

Die leise Hoffnung, Hiob irgendwann nicht nur in den ersten vierzig Kapiteln zu verstehen.



Mrs. Liberty

 

 

Die Kameras herumdrehen

 

Die Kameras herumdrehen

Was wenn das gelänge

Wir tun es einfach

 

 

Weg von dem, was uns erniedrigt

Weg von dem, was in uns eindringt

Weg von dem, was uns besudelt

Weg von dem, was uns vor Schmerz und Übelkeit und Ohnmacht zittern lässt

Weg von dem zermarterten Häufchen Elend in Kindergestalt

Weg von unserem Körper

Weg von unserem Gesicht

Weg von unseren Händen

Weg von dem Zerreißen, Verbluten, Ersticken, Verbrennen, Erfrieren, Verdursten

Weg von den Ketten, den Gurten, den Stricken

Weg von der Angst, dem starren Blick

Weg von den Augen und Schreien derer, die wir zu zerquälen verdammt waren

Weg von der kopfzerhämmernden Schuld, die gefühlt für immer die unsere sein soll

Weg von den ertränkenden Tränen, die oft unsichtbar bleiben

Weg von dem Fürimmerverschwindenwollen

Weg von der elementaren Sehnsucht zu sterben

Weg von der elementaren Panik, genau das zu tun.

 

Einfach herumdrehen die Kameras.

 

Ha!

 

Auf die Fratzen der Folterknechte.

Denen das böse Lachen plötzlich gefriert.

Die sich entlarvt sehen.

Beim Blick in die kalte schwarze Linse.

Bis hinein in ihr sadistisches Hirn.

Reicht sie.

Legt alles offen.

Millionen Blicke werden sich auf sie richten.

Sie werden viel erklären müssen.

Dürfte schwierig werden.

Ihre Lügen zerplatzen.

Wie im Nichts.

 

Losgebunden.

Der Hölle entkommen.

Sanft und warm eingewickelt.

Die Wunden sauber und gut versorgt.

Den Kopf abgelegt auf einem weichen Kissen.

Die Hand eines tröstenden, nie verlassenden Wesens in Griffweite.

Die vielen Puzzlesteine der Seele dürfen ganz behutsam ihren Platz einnehmen.

Die Erinnerung an das Verlorene, die darf das auch.

 

Es war.

Keiner kann das je mehr leugnen.

Aber jetzt wird es nie wieder geschehen. 

 

Mrs. Liberty